Beiträge von Driverzero

    Wenn du mit 20% an den Schnelllader fährst und der Akku durch die Autobahnfahrt ohnehin schon auf Betriebstemperatur ist, drückt die Station am Anfang die vollen 88 kW rein. Dabei entsteht enorm viel Prozesswärme. Ab etwa 45 bis 48 Grad schlägt das Batteriemanagementsystem schlicht die Notbremse, um die Zellen vor dauerhaftem Schaden zu schützen, und regelt die Ladeleistung drastisch runter. Die Lüftersteuerung an der AC-Wallbox folgt oft ganz anderen Parametern, weil der Ladevorgang über Stunden geht und das System versucht, den Akku konstant im optimalen Wohlfühlbereich um die 25 bis 30 Grad zu halten. Beim DC-Laden hingegen wartet die Software manchmal unverständlich lange, bis sie die volle Kühlleistung abruft.

    Glückwunsch erst mal zum neuen Wagen! Das hört sich ganz klar danach an, dass du aktuell nur einphasig lädst. Wenn das Display bei 222 Volt und 15,8 Ampere knapp 3,5 kW anzeigt, ist das genau die Rechnung für eine einzige Phase. Dreiphasig müsstest du bei 16 Ampere eigentlich bei den vollen 11 kW landen. Das hört sich für mich am ehesten nach einer Einstellung an der Mobile Wallbox oder einem Problem bei der Steckdose an. Schau am besten als Erstes in der App oder im Menü deiner mobilen Wallbox nach, ob dort vielleicht eine Phaseneinschränkung hinterlegt ist oder das Gerät automatisch auf einphasiges Laden zurückgesprungen ist. Auch das verwendete Ladekabel muss dreiphasig ausgelegt sein, aber bei einer festen 11-kW-Mobile-Wallbox ist das normalerweise der Standard, außer du nutzt irgendeinen Zwischenadapter.

    Ja, das mit dem SRS-Fehler und dem Wackelkontakt unterm Sitz ist tatsächlich ein bekannter Klassiker, markenübergreifend. Dass die Meldung gerade bei Kurvenfahrten auftaucht oder verschwindet, passt extrem gut zu einer Kabelverbindung, die leicht auf Spannung steht oder minimal Spiel hat. Ruf da am besten nochmal an oder fahr direkt vorbei und sag klipp und klar, dass es sich um ein sicherheitsrelevantes System handelt und du so nicht einen Monat lang rumfahren kannst. Der Wagen ist einen Monat alt, das läuft voll auf Garantie und sollte in 15 Minuten erledigt sein. Du kannst vorab höchstens selbst mal vorsichtig unter den Sitz schauen, ob da ein gelber Stecker komplett lose rumbaumelt, aber bitte bloß nicht bei eingeschalteter Zündung an den Kabeln ziehen.

    Ich selber fahre den Atto 3 zwar nicht, aber ich verfolge die Technik-Themen recht aufmerksam und kann dir vielleicht ein bisschen bei der Einordnung helfen. Was die gebrochene Feder an der Vorderachse angeht, das ist nach gut 18.000 km und nicht mal zwei Jahren absolut unnormal. So ein Schaden darf bei dieser Laufleistung definitiv nicht passieren. Da liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Material- oder Verarbeitungsfehler ab Werk vor. Für die Zukunft gibt es bei Elektroautos einen einfachen Trick gegen den Rost an den Bremsen, gelegentlich auf freier Strecke wenn wirklich niemand hinter dir ist den Wahlhebel kurz auf "N" stellen und ein paar Mal etwas fester auf die Bremse treten. In Stellung N ist die Rekuperation komplett inaktiv und die Scheiben werden mechanisch mal wieder so richtig frei geschliffen, bevor sich der Rost festfressen kann.