Beiträge von lycka

    Mal ein kleiner Gedankengang von mir, weil ich das hier im Wartesaal in letzter Zeit ständig lese: Viele machen sich ja total verrückt und beschweren sich, dass sie noch keine FIN (Fahrgestellnummer) von ihrem Händler bekommen haben. Und ganz ehrlich? Macht euch da mal keinen Kopf. Dass ihr noch keine Nummer habt, ist überhaupt kein schlechtes Zeichen – wenn man mal kurz drüber nachdenkt, ist das sogar absolut logisch. Mich wundert es ehrlich gesagt eher, wenn hier manche schreiben, dass sie ihre FIN schon ewig früh bekommen haben. Aus rein wirtschaftlicher Sicht macht das für BYD nämlich überhaupt keinen Sinn.

    Guckt euch doch mal den Konfigurator an, zum Beispiel beim Atto 3. Wer schon mal bei den deutschen oder koreanischen Marken ein Auto bestellt hat, kennt ja diesen Wahnsinn: 60 Seiten Aufpreisliste, drei verschiedene Fahrwerke, fünf Lenkräder, Sitzheizung nur im Premiumpaket und am Ende baut das Werk ein Unikat, das es so weltweit kein zweites Mal gibt.

    Bei BYD? Da gibt es im Grunde Design und Excellence. Dazu noch ein paar Farben, fertig. Das sind am Ende vielleicht ein Dutzend Kombinationen. Ausstattungsbereinigt steht da eigentlich immer das gleiche Auto. Und genau das ist der riesige Vorteil für die Chinesen: Die müssen in der Fabrik nicht warten, bis Hans oder Peter in Deutschland einen Kaufvertrag unterschreibt. Die lassen die Bänder einfach durchlaufen und produzieren die Kisten am Stück. Ob ich am Ende den blauen Atto 3 mit der Nummer 001 kriege oder den mit der 002, ist mir als Käufer doch völlig wumpe – die sind bis zur letzten Schraube identisch.

    Und jetzt stellt euch mal vor, wie der Transport läuft:

    Die Karren werden nicht einzeln per Post verschickt, sondern da rollen mal eben bis zu 7.000 Autos auf so einen gigantischen Autotransporter. Wenn das Schiff nach Wochen auf See endlich im Hafen ankommt und BYD hätte jedem von uns schon ab Fabrik fest eine FIN zugeteilt, dann gute Nacht! Dann müsste der Hafenlogistiker unter 7.000 Autos genau meinen Atto 3 raussuchen, weil der nach Köln soll. Und wenn der ganz hinten unten im Schiff in der letzten Ecke steht, muss erst mal der halbe Kahn umgeparkt werden. Das wäre der absolute logistische Selbstmord und würde alle Vorteile der Massenproduktion sofort wieder killen.

    Viel schlauer und wirtschaftlicher ist doch das Pool-Prinzip:

    Mein Händler meldet einfach: „Ich brauche für meine Kunden drei blaue und zwei rote Design.“ Am Hafen fährt der Lkw vor, schnappt sich die ersten drei blauen und zwei roten, die vorne in der Reihe stehen, packt sie drauf und fährt los. Was wäre das für ein Aufwand, wenn man dann einzelne Autos raussuchen müsste.

    Welcher Kunde dann welches Auto bekommt, entscheidet sich logischerweise erst ganz zum Schluss – entweder wenn der Transporter beladen wird oder sogar erst, wenn der Wagen schon beim Händler auf dem Hof steht und der die Papiere für die Zulassung fertig macht. Vorher ist das Auto für die Logistik einfach nur „ein blauer Design“.

    Deshalb: Dass viele von uns noch keine FIN haben, heißt nicht, dass das Auto irgendwo feststeckt oder vergessen wurde. Es zeigt einfach nur, dass BYD seine Logistik straff hält und das Auto eher wie ein Smartphone im Großhandel bewegt statt wie eine maßgeschneiderte Luxuslimousine. Wer seine Nummer schon Monate vorher hatte, hatte wahrscheinlich einfach Zufall oder ein Händler-System, das schon vorab irgendwas reserviert hat – effizient für den Ablauf von Schiff zu Lkw ist das jedenfalls nicht. Also einfach entspannt bleiben!

    Byd hat dieses Jahr ca 42000 🚗 geliefert, 1/3 ca voll Elektro

    Das wären etwa 60 Autos am Tag, also ich finde das wirklich extrem schwach

    Ich denke sie wollen auf der Welt die Nr 1 werden? Die sollen mal auf die Tube drücken, hab am 21.5 den Excellence in weiß bestellt und mein Händler hat noch keine Infos :/

    Also BYD ist bei E-Autos schon längst die Nr. 1 auf der Welt.

    Ich finde 42.000 Fahrzeuge schon eine Hausnummer. In einem halben Jahr sind das in Summe 230 Fahrzeuge pro Tag. Die Fahrzeuge werden ja alle per Schiff angeliefert und müssen dann vom Hafen aus weiter mit dem Autotransporter. Das sind dann mindestens 23 LKWs pro Tag.


    VW hat 30.000 Vorbestellungen für den ID.Polo und hat dabei Wartezeiten von 24 Monaten. In dieser Relation finde ich das schon beeindruckend, was BYD da an Logistik betreibt.

    Ich habe jetzt lange versucht etwas zu finden, aber ich finde dazu nur die Demos mit dem Denza. Ein Video von der Messe in China, aber noch kein chinesischer Autoblogger hat einen BYD bisher im echten Verkehr getestet.


    Ja. In China gibt es den ja schon.

    Das Bild in dem Artikel ist ja auch nur generiert. Also wenn jemand ein Video findet, von einem BYD mit Blade 2.0 in einem echten Test von einem echten Autoblogger, dann freue ich mich über den Link dazu.

    Die Blade 2.0 ist wirklich hervorragend, aber ich glaube, bis die bei tausenden von Autos in Serie vom Band läuft. Das wird noch ein wenig dauern.


    Aber ich lasse mich gerne mit chinesischen Videos von Autobloggern überzeugen, dass in China schon tausende Autos mit Blade 2.0 rumfahren.

    Ich möchte diesen Thread eröffnen, da viele im Wartesaal sehr ungeduldig geworden sind. Möchte ich ein paar sinnvolle Tipps hier sammeln.


    Wenn Bundestrainer Jürgen Klopp eines perfektioniert hat, dann die radikale Fokussierung auf das, was er selbst in der Hand hat. Schiri-Pfiffe, Verletzungspech, Spielplan? Bringt nix, sich aufzuregen, einfach weiterarbeiten. Genau dasselbe predigen Typen wie Pep Guardiola an der Seitenlinie, aber auch Arnold Schwarzenegger oder Bill Gates, die alle auf diesen alten stoischen Grundsatz schwören:


    Verschwende keine Sekunde an Dinge, die du eh nicht beeinflussen kannst.


    Produktionsdaten, Schiffstransporte und Händler-Updates gehören genau in diese Kategorie. Wir können es nicht beschleunigen, aber wir können steuern, wie wir damit umgehen.

    Hier ein paar Dinge, die mir persönlich helfen, entspannt zu bleiben:

    • Schluss mit dem Dauer-Tracking: Das ständige Aktualisieren von Portalen, Händler-Mails oder Schiffstrackern macht einen nur mürbe. Setzt euch lieber einen festen Tag im Monat, an dem ihr kurz nachhakt – der Rest der Zeit bleibt lieferstressfrei.
    • Die Vorfreude produktiv nutzen: Kümmert euch ganz entspannt um die Dinge, die ihr vorbereiten könnt. Wallbox-Installation regeln, die besten Ladekarten bzw. Tarife raussuchen, Versicherungstarife checken oder schon mal passendes Zubehör auf die Wunschliste setzen.
    • Dem aktuellen Wagen noch etwas Liebe geben: Pflegt das jetzige Auto weiter und schließt innerlich nicht schon ab. Das spart am Ende Stress, wenn es an die Inzahlungnahme oder den Privatverkauf geht, und man fährt bis zum Tag X einfach entspannter.
    • Den Realitätscheck machen: Sobald der Frust über die Wartezeit hochkocht, kurz stoppen und fragen: Kann ich das Schiff oder das Werk gerade schneller machen? Nein. Also ablenken, raus an die frische Luft, Sport machen oder anderen Hobbys widmen.

    Am Ende rollt der Wagen genau dann auf den Hof, wenn er da ist, und mit ein bisschen Gelassenheit steigt die echte Vorfreude, statt der Puls.


    Hier bitte Tipps und weitere Aktivitäten posten, welche euch persönlich helfen stoisch warten zu können.

    Mir ist die Lust auf den Atto 3 Evo ziemlich vergangen. Mitten im Winter will ich mich eigentlich nicht an ein neues Auto gewöhnen müssen. :(

    Ab dem 29.12. kann ich ihn in Verzug setzen und Mitte Januar komme ich dann aus dem Vertrag raus.

    In der Zwischenzeit schaue ich mich schon Mal nach einem anderen Wagen um, der bidirektionales Laden und somit V2H kann.


    Wenn ich das richtig gesehen habe, ist Bleker in Borken mit Stellantis-Marken unterwegs. Alles was du geschildert hast, scheint direkt an einem Mitarbeiter zu liegen. Laut Bestellliste hast Du am 16.6. bestellt.

    Ich kann mir vorstellen, dass als typischer Stellantis-Partner das Autohaus auch nicht alles sehen kann und auch auf direkte Informationen von BYD angewiesen ist. Das ist sicher nicht optimal, aber aktuell gibt es die extrem gestiegene Nachfrage nach E-Autos. VW gibt ja für den ID.Polo eine Wartezeit von 12 Monaten an.

    Hinzu kommt die gesamte Logistikkette aus China: Durch die aktuelle politische Lage dauert der Transport auch mal 14 Tage länger. Das addiert sich dann aber mit jeder Fahrt. Das führt dann zu Staus und weiteren Verzögerungen in den Häfen. Wenn die Fahrzeuge dann endlich im Hafen stehen, geht das Warten oft weiter, weil es an Lkw-Kapazitäten und Fahrern für den Weitertransport zum Händler fehlt. In diesem Zeitfenster hat der lokale Händler meist null Einblick, wo genau das Auto gerade im Zulauf steckt.
    Dass die Kommunikation des Mitarbeiters trotzdem völlig daneben war, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt – eine ehrliche und transparente Auskunft wäre das Mindeste gewesen, statt Kunden monatelang zu vertrösten.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass ein Stellantis-Haus intern wahrscheinlich eher Leapmotor an den Mann bringen möchte und die Verkäufer selbst gar keinen Bock auf BYD haben. Aber vielleicht kannst du mal dort nachfragen, ob du nicht einen anderen Ansprechpartner bekommen könntest. Denn angenommen, dein Auto kommt innerhalb der 5 Monate nach der Bestellung, dann ist es durchaus sinnvoll, ein gutes Verhältnis zum lokalen Händler zu haben.

    Geht das Thema jetzt um Ladetarife oder Karten? Das sind zwei unterschiedliche Dinge.


    Punkt 1 Tarife:

    Wenn es um die Tarife geht, dann empfehle ich den Ladekompass auf YouTube von VOLTVISION. Dort wird jeden Monat ein Video mit den besten Tarifen veröffentlicht. Dabei wird auch zwischen der monatlichen Fahrleistung unterschieden. Da sich die Tarife laufend ändern, sollte man das regelmäßig ansehen.


    Punkt 2 Karten:

    Physische Ladekarten zu haben, ist durchaus sinnvoll. Wenn Du mit 5% an einer Säule stehst, wo blöderweise kein Handyempfang ist oder die Säule über die App nicht funktioniert und der Ad-hoc-Preis bei 90 Cent oder so was liegt, dann ist eine Ladekarte plötzlich Gold wert.


    Aktuell gibt es zum EnBW-Abo M oder L die Karte kostenlos. Kann aber sein, dass das bis 30.9.26 beschränkt ist.


    Kostenlos sind die Karten bei: EWEGo, Aral pulse oder Shell Recharge, octopus ELECTROVERSE und Vattenfall. Auch regionale Stadtwerke bieten immer wieder kostenlose Karten an.


    Meiner Meinung nach ist die EWE Go ein "Must-have"!

    Man hat keine monatlichen Gebühren und die Preise finde ich dafür sehr fair. 0,52 Cent bei den eigenen Ladepunkten und 0,62 Cent bei den Partnerstationen. Aber da sind unheimlich viele Anbieter dabei und es ist meistens günstiger als Ad-Hoc. D.h. das ist die Notfallkarte, die man einfach dabei hat. Die würde ich mir in jedem Fall bestellen.

    Ich habe BYD gerade per Nachricht angeboten, den Wagen selbst am Port abzuholen. Mal gespannt wie man darauf reagiert. Für mich als Kunden ist es ja fast egal ob ich nach Köln fahre oder zum Hafen. Dann spart man auch den Transport auf der Straße. Hätten die von Anfang an anbieten sollen.

    Zuerst dachte ich, dass ist nur ein dummer Scherz von Dir. Aber bei längerem Nachdenken ist der Vorschlag richtig gut. Bevor das Auto 4 bis 6 Wochen im Hafen steht und auf einen Transporter wartet, könnte man es ja direkt dort abholen.


    Technisch klappt das wahrscheinlich nicht. Denn dann müssten die Autos dort auch aufbereitet werden.


    Die Antwort von BYD würde mich aber trotzdem interessieren. :)