Habe jetzt eine neue Blebatterie drin. Die alte zog ja über jede Nacht 4 kW aus dem Fahrakku.
Gibt es einen Indikator an dem man das Batteriesterben erkennen kann? Werde mal sehen wie sich die neue Batterie nach ein paar Tagen eingroovt. Oder "einfach" per Kalendererinnerung in 2 Jahren wieder eine neue einbauen?
Ja - das ist der Indikator (war zumindest auch bei mir so) - wenn die Bleibatterie ihr EOL erreicht, muss sie immer öfters nachgeladen werden... hat man täglich Verluste über 1-2%, ist es Zeit, eine neue zu bestellen - bei 4kW pro Nacht drängt es schon. Ohne "Extras" wie Overdrive oder andere Verbraucher (würde daher auch keinen "billigen" Batterieüberwacher anschließen: auch der zieht Strom) scheint wohl nach dem letzten Winter der Schnitt so bei 2 Jahren zu liegen (war in etwa so der Schnitt hier im Forum, wobei es auch viele gibt, die immer noch die Originale zu haben scheinen)?! Zumindest bei der originalen (und die dürfte ziemlich mies gewesen zu sein) - vermutlich gibts bessere...
Was mich aber tatsächlich interessierte, da weißt du sicher Bescheid, wie hoch ist die Ladeschlussspannung beim BYD für den 12V-Akku, liegt die bei etwa 14,6V, oder doch eher bei der Ladeschlussspannung eines Blei-Akkus? Warum frage ich? Es geht um das Top-Balancing, das nur dann stattfindet, wenn der Akku eine gewisse Zeit mit 14,6V weiter geladen wird, damit die nachhinkenden Zellen (die eigentlich die starken sind) ebenfalls bis zur Ladeschlussspannung von 3,65V kommen. LiFePo4 ist eine interessante Alternative für den Starter-Akku, wenn er aber nur mit max. 14,4V gespeist wird, driften irgendwann die Zellen stark auseinander und das BMS greift mit Abschaltung ein. Oder wird der Akku in regelmäßigen Abständen extern mit der für ihn notwendigen Spannung von euch versorgt?
Es ist für mich natürlich deswegen interessant und spannend, weil, wie bananenfisch schon erwähnt hat, die Entladerange eine weit bessere zum Blei-Akku ist, denn 14Ah sind tatsächlich 14Ah und nicht nur max 7 mit nachfolgender Tiefentladung. Meine Frage richtet sich an euch beide, da ihr da schon Erfahrung habt.
Auch für LiFePo4 gilt, dass nicht bei Minustemperaturen geladen werden soll (also, wenn der Akku Minustemperaturen aufweist und so richtig durchgefroren ist), weshalb ich bei kleschkaltem Akku davon abraten würde. Am besten erwärmt sich ein Akku bei moderater Entnahme, das darf man, das schadet ihm nicht. Aber gesetzt den Fall: Wer lädt einen absolut kalten Akku? Wann lädt man, bei der Ankunft nach einer Fahrt und nicht erst am nächsten Morgen, wenn der Akku Minustemperaturen aufweist. Ich glaube auch, dass das BMS da etwas dagegen hätte. Und wenn man doch erst am nächsten Morgen zur Ladestation fahren kann, geht's auch schon, weil ja eine Enahme stattgefunden hat..
Aber auch bei der Entahme gilt, diese doch mit Schonung durchzuführen, reinsetzen und drauflatschen kann man natürlich, ist aber eher kontraproduktiv. Aber was erzähle ich da erfahrenen BEV-Fahrern.
Alles anzeigen
Du sprichst da einen Punkt an, der mich (auch beim neuen) wundert: du hast mit der Ladeschlussspannung recht (hatte/habe vor gelegentlich mit dem Labornetzteil bis 14.6 CCCV zu laden - bisher war ich zu faul... sehe ich auch nicht sooo kritisch bei 4 Zellen - aber dann und wann sollte mans machen, um die Lebensdauer zu erhöhen). Aber was mich wundert: der neue hat ja eine LFP mit 4 Zellen - daher bin ich davon ausgegangen, dass der EVO auch mit 14.4-14.6V lädt. Zumindest nach diesen Grafiken lädt er aber auch nur mit rund 13.8V (also als wäre es die Bleisäure):
Einbauort der 12V Batterie - Das ist die Ladekurve beim EVO - ich sehe hier keine Ladespannung über 14V, außer der Batteriewächter ist ungenau. Oder beim EVO wird nur zu gewissen Zeitpunkten vollgeladen fürs TOP-Balancing?!... Kann ich aber nicht überprüfen - habe ja den alten. BYD wird aber schon wissen, was sie tun - das ist ja keine Nebensache - oder es kommt ein Update... oder es ist eh nur ein Messfehler in dem Post.
Also eine 12.8V LFP kann nur 4 Zellen haben - je 3.2V Nennspannung, 3.6-3.65V Ladeschlussspannung = 14.4-14.6V - das sollte sowohl für den Umbau beim alten Atto von Bleisäure gelten (hier eben zwangsläufig gelegentlich manuell), als auch beim EVO. Denn die Ladespannung von 13.8V ist die klassische Spannung für Bleisäure.
Was die Temperaturen betrifft, hast du natürlich auch recht, auch wenn LFP nach meiner Erfahrung deutlich mehr verzeihen als die sonst üblichen Li-Ionen Zellen. Das kann man nun leider nicht direkt steuern, denn der (alte) Atto mit umgebauter LFP weiß ja nichts davon, und lädt einfach, wenn die Spannung unter 12.5V fällt - was zum Glück eh selten passiert, wenn man lange nicht fährt (und wenn man fährt, wirds eh schnell wärmer unter der Haube). Deswegen habe ich da jetzt keine Maßnahmen ergriffen - in meiner Gegend hat es selten unter -5 Grad - und in der Garage schon gar nicht. Weiß nicht mehr, was der Akku gekostet hat (knapp EUR 200?)... wenn er statt 15-20 Jahre durch zu seltenes TOP-Balancing und seltenes Laden bei Temperaturen unter 0°C "nur" 10 Jahre hält, ist es für mich auch OK
Auch der DC-DC Wandler erzeugt Wärme... also das Ding ist ja kein Eisblock.
Nach meiner Erfahrung gibts da immer so zwei extreme Positionen: da gibts die einen, die lassen sogar ihre Li-Ionen Bohrmaschinen-Akkus bei -10°C wochenlang in der kalten Werkstatt herumliegen... Und dann gibts die anderen Extremen, bei denen ein paar Tage Frost gleich Katastrophengefahr auslöst. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Hatte erst kürzlich von einem Nachbar 5 Li-Ionen Akkus, die JAHRELANG nicht geladen wurden (und keine Ahnung, wie und wo gelagert) - gingen alle nicht mehr. Ich hab dann die Einzelzellen durchgemessen, bei den meisten keine 2V mehr, manche noch tiefer (gegen 0). Aber von ca. 30 Einzelzellen konnten ca. 25 gerettet werden... klar, die werden jetzt nicht mehr ewig halten, aber die Chemie läuft wieder...
Lange Rede, kurzer Sinn: ein LiFePo4 mit 4 Zellen um unter EUR 200: solange er nicht in Sibirien wochenlang parkt - just use it... Und in 10 Jahren dann halt ein neuer... 1-2x/Jahr Top-Balancing mit einem passenden Ladegerät und gut ists.
Hinweis: betrifft den alten Atto - der EVO hat einen LFP und BYD wird die Ladesteuerung/Temperaturmanagement entsprechend angepasst haben - ihr seid eh fein raus 