Einbauort der 12V Batterie

  • Mir ist das passiert. Ich habe abends den Wagen mit 8 oder 9% Akku abgestellt und wollte am nächsten Tag mit Überschuss laden. Wagen ließ sich nur noch physisch öffnen und ging nicht mehr an. Bei BYD angerufen, die haben mir den ADAC geschickt. Der müsste überbrücken.

    Welche Pole hat der ADAC genommen? Unterm Sitz oder gibt es zugänglichere, von denen wir nichts wissen?

  • Lt. Handbuch, S.111 sind die Kontakte rechts neben dem Füllstutzen für das Wischwasser. Wenn mann davor steht.

    Na dann verstehe ich diese Bedenken (s.u.) noch weniger, wenn BYD eh Kontakte dafür vorgesehen hat - passt doch alles!

    Aber wenn ich das alles lese hier, denke ich BYD hat sich da zu wenig Gedanken gemacht. Mir wurde sogar gesagt, die sei unter der Rücksitzbank! Bin da jetzt verunsichert, ob der Atto 3 EVO wirklich für mich in Frage kommt. Weiß auch nicht, was denn die Pannendienste sagen, wenn sie da so schlecht drankommen.

  • Wenn es solche Kontaktpunkte an besagter Stelle gibt, umso besser. Das hätte BYD Köln mir auf meine explizite Nachfrage ja mitteilen können anstatt ein Forum bemühen zu müssen. Danke an die Schwarmintelligenz dieses Forums. Seit 9 Jahren elektrisch gefahren und im Durchschnitt einmal jährlich die 12 V Batterie leer. Ein Bekannter mit Tesla hatte das Problem nicht, wobei der auch noch nicht solange Tesla fährt. Hatte gelesen, dass es bei der vorherigen Atto 3 Generation das Problem sehr häufig gab.

  • Bitte beachten - Kontakte für eine Not-Speisung sind nicht die Pole der 12v-Batterie. Die kann "weit weg" sein. Mein Hyundai ioniq hat den Bleiakku im Kofferraum, die Kontakte zur Noteinspeisung aber unter der Motorhaube. So scheint das beim evo auch zu sein. Position halt unter dem Sitz.

    Bestellt: BYD Atto 3 EVO Design, Iris Blue, Interieur grau, z.Zt. parallel noch im Ioniq-Forum

  • Ich versuche, die Sorgen dennoch zu entkräften, da hier wild zwischen Bleisäure, LFP, Starterbatterie, Pole, etc. nicht differenziert wird:


    - Die 12V Batterie bei einem E-Auto benötigt weder hohe Kapazitäten, noch hohe Stromstärken - es ist eine reine Versorgerbatterie (nur ein Verbrenner mit Anlasser braucht Stomstärken von 100-1000A für den Anlasser). Ich würde diese Batterie eher wie die Batterie eines Laptops betrachten.

    - Wie bei einem Laptop oder Smartphone braucht man keine Powerbank: die Powerbank ist die HV Batterie, die die Versorgerbatterie automatisch nachlädt - ja, auch wenn man mit 3% an die Ladesäule kommt, denn während des Betriebs wird die 12V geladen.

    - Natürlich sollte man den Wagen nicht mit 5% am Flughafen abstellen und dann 3 Wochen auf Urlaub fliegen.

    - Im Normalfall kann man beim EVO die 12V Batterie schlicht ignorieren - die hält jahrelang... und falls sie abschaltet, deutet das eher auf einen Defekt hin.

    - Eine LFP, deren BMS aus irgendwelchen Gründen die Batterie abgeschaltet hat, braucht einen kurzen Stromimpuls, um wieder zu starten (das ist keine Starthilfe); das BMS schaltet aufgrund eines Fehler ab, sobald 12V kommen, fährt es wieder hoch - das geht sogar mit 3 kleinen 4V Batterien in Serie.

    - Wir waren es gewohnt mit Starterkabeln und Starthilfe, etc. zu fahren - weil es beim Verbrenner eben so notwendig war. Die 12V Batterie im E-Auto hat aber eine komplett andere Funktion.

    - Der EVO hat eine LFP und vermutlich genug Punkte, um einen kurzen Spannungsimpuls zu setzen bei einem Defekt (bekannt bisher: unterm Sitz, unterm Frunk, hinterm Handschuhfach, beim Sicherungskasten, und vermutlich gibt es noch einige weitere).

    - Die offizielle Schnittstelle ist lt. Handbuch auch ohne Demontage irgendwelcher Teile zugänglich (siehe Screenshot).

    - Brauchen wird man das... wie oft?


    Anders stellt sich die Situation dar, wenn auch beim E-Auto eine Bleisäure Batterie verbaut wurde (wie beim alten Atto oder anderen E-Autos):

    - Eine klassische Bleisäure-Batterie altert schneller; hat steilere Spannungskurven beim Laden und Entladen; mag Kälte noch weniger - die sind dafür eigentlich nicht gemacht... warum manche E-Autos trotzdem solche Versorgerbatterien verbaut haben, hat vermutlich historische Gründe.

    - All die 12V Probleme beim Atto beziehen sich also zu 99% auf das alte Modell.

    - Es hat einen Grund, warum im alten Atto die Batterie so zugänglich unter der Motorhaube ist - und die LFP eben nicht: weil die eher selten bis nie Probleme machen wird.


    Welchen Typ andere Hersteller verbaut haben, weiß ich nicht. Aber ich wiederhole mich: mit dem EVO würde ich mich mit der Batterie überhaupt nicht beschäftigen... als Fahrer des Vorgängermodells war das ein riesiges Thema - und wurde mit dem EVO von BYD gelöst!

  • - Die offizielle Schnittstelle ist lt. Handbuch auch ohne Demontage irgendwelcher Teile zugänglich (siehe Screenshot).

    Der Screenshot ist Falsch, eine Demontage der Verkleidung ist wie Ben schon erwähnt nötig und die ist nicht einfach wegen der versteckten Clips. ;)

  • bananenfisch, das hast du sehr gut erklät. Danke dafür!


    Bei meinem neulichen Problem mit der Blei-Säure-Batterie wollte ich Starthilfe mit meinem Starthilfe/Powerbank von Lidl geben aber das hatte nicht funktioniert. Ich dachte, dass das Gerät zu schwach ist und habe dann eine andere Starthilfe von Obi gekauft. Damit konnte ich das Auto dann erfolgreich überbrücken. Später beim Aufladen der Lidl Starthilfe hat es sich herausgestellt, dass das Gerät in Schutzzustand ist. Offenbar ist eine Zelle defekt. Jetzt wird sie ausgetauscht. Wie du schon geschrieben hast können bei LFPs einzelne Zellen oder auch das BMS, das ja aus elektronischen Teilen besteht, ausfallen. Daher ist es aus meiner Sicht ratsam eine Starterhilfe mitzuführen.

    BYD Atto 3 Design, Baujahr Ende 2022

    Photovoltaikanlage 17,5 kWp + 20 kWh Speicher

    Hausautomation mit Home Assistant, smartes Laden mit evcc, Warmwasser über Heizstab

    März-Oktober nahe zu kein Strom- und Gasbezug