Für LifePo4 bedeutet schonendes Laden mit Ladeströmen von 0,5 - 1C. Extreme Hochstrombelastungen, egal, ob beim Laden oder Entladen, beschleunigen die Degradation erheblich. So viel zum "geringeren" Problem.
Zudem ist es so, dass Akkus bei Kälte beim Laden zwar vorher einen Erwärmungsprozess durchlaufen, nur stellt sich für mich die Frage, ob denn die Kerntemperatur des Akkus bei Ladebeginn tatsächlich über die ominöse Grenze von 0 Grad kommt, wenn draußen Minusstemperaturen herrschen, Ich glaube nicht, dass die Temperatursensoren in den Zellkernen sitzen. Aber ich lasse mich diesbezüglich gerne berichtigen, falls ich da falsch liege.
Es gibt einen Zellentyp, den man fast bedenkenlos bei unter 0 Grad laden kann, und der durchs Laden relativ schnell die Kerntemperatur erhöht - das sind jene mit Yttrium, wobei ich aber glaube zu wissen, dass hier Winston ein Monopol darauf hat und diese Zellen ziemlich teuer sind.
Ich meine, nicht alle Nutzer können sich vorstellen, was Ströme jenseits von 200, 300A so anstellen können, da ist schon ordentlich was im System los, das betrifft alle Kontakte, Kabel, Sicherungen, auch Hochstromrelais und hat nicht nur mit der Temperatur zu tun. Diese extrem hohen Ströme fließen ja nicht nur zwei, drei Minuten, sondern doch ein bisschen länger.
Daher ist nach meinem Dafürhalten der Run auf noch schnellere Ladegeschwindigkeiten für die Lebensdauer des Akkus und auch im Hinblick auf das gesamte System kontraproduktiv. Ich bleibe da lieber hauptsächlich bei meinen 11kW, das sind rund 0,2C und bei weiteren Reisen kann man ja einmal DC Laden, die paar Mal machen das Kraut auch nicht fett. Darum ist es meiner Meinung nach auch gut, dass der ältere ATTO3 mit bis maximal rund 80kW geladen werden kann, was etwa bei der 1,3C-Marke liegt.
Das sind aber nur meine 5ct.