Akku entlädt sich im Stillstand

  • Hallo zusammen,

    ich habe mich mal in den letzten Wochen mit der heißgeliebten 12V Batterie beschäftigt. Auch ich habe im Laufe des Sep. 2025 verstärkt beobachtet, dass die 12V Batterie häufiger nachgeladen wird und dadurch Reichweite verloren geht.

    Ich konnte dokumentieren, dass durch das Nachladen der 12V Batterie in einem Monat 7,5 kWh aus dem HV Akku entladen wurden. Das sind dann mal schlappe 12,5% der Kapazität und das wo wir in den Wintermonaten ja aus dem Akku weniger herausbekommen als in den Sommermonaten. Das nervt dann schon. Ich habe das dann Glinicke BYD in Kassel angezeigt und um einen Austausch der 12V Batterie gebeten. Antwort: Wir übernehmen hier nur 6 Monate Garantie auf die 12V Batterie. Das war dann schon mal nicht sehr kundenorientiert, zumal die Problematik bei den Modellen aus dem 2022/23 ja augenscheinlich häufiger vorkommt. Und ich eigentlich eine Gewährleistung von einem Jahr auf die Teile habe, da es sich um eine Tageszulassung handelte. Na ja, wir wollen mal nicht so sein und habe dann um ein Angebot für den Batterietausch gebeten......Darauf warte ich bis heute noch.

    Zwischenzeitlich habe ich dann mal die Batterie ausgebaut und selbst durchgemessen bei 20°C Raumtemperatur:
    2025-10-30_Batteriemessung.jpg

    MIt knapp 11Ah von nominellen 30Ah würde ich diese Batterie als "defekt" deklarieren. Habe mir eine Ersatzbatterie bestellt und eingebaut, dauerte 10 Min. Vorher natürlich nochmal ordentlich nachgeladen. Hier habe ich bis 14,2V Ladeschlussspannung geladen. Der BYD Atto 3 lädt nur mit 13,7V nach, das habe ich nachgemessen. Ich habe daher mal ein Ticket bei BYD aufgemacht und vorgeschlagen, für Nordeuropa die Nachlade- (Erhaltungs) spannung auf 14,0 V anzuheben, falls das per FW Update möglich ist. Diese Spannung passt besser zu unseren Temperaturverhältnissen und tut der Batterie auch gut.

    Jetzt zu der neuen Batterie. Hier habe ich nun das Nachladen aus der HV Batterie ebenso beobachtet und dabei einen durchschnittlichen Nachladeverlust von 3,5 kWh pro Monat gemessen, was dann auch immerhin ca. 6% entspricht.

    Ich bin zur Zeit Wenig Fahrer und fahre so im Monat 400 km. Brauche das Auto zur Zeit beruflich nicht, daher ist meine Kilometerleistung gesunken.
    Das soll es erstmal gewesen sein, von meiner Seite.


    Mit besten Grüßen aus Nordhessen

    Wenn Kinder klein sind, gib Ihnen Wurzeln! Wenn Kinder groß sind, gib' Ihnen Flügel! :)

    BYD Atto3 Design seit 10/24

    Photovoltaikanlage 25,35 kWp + 24 kWh Speicher

    Hausautomation mit Steuerung Wallbox + Speicher + Heizstab von der DAFI GmbH seit 2021

  • ArthurDent007, war der Wechsel auf eine LiFePo Batterie keine Option für dich?

    Da habe ich Hin- und Her überlegt. Die typische Ladekurve bei einem Blei-Akku mit 6 Zellen sieht so aus:
    pasted-from-clipboard.png


    Wobei wir beim Atto 3, nie in den Absorption Bereich kommen, da ja nur mit 13,7-13,8 VDC geladen wird.
    Bei einer LFP Batterie haben wir es dann mit einer solchen Ladekurve zu tun:

    pasted-from-clipboard.png

    Bei LFP sind ja 4 Zellen in Reihe zu schalten. Bei einer Ladeschlusspannung 3,4VDC respektive 13,6VDC wäre das möglich. Da ich aus eigener Erfahrung, weiß das die 4 Zellen in Reihe zu einer "Imbalance" neigen, brauche ich dann ein BMS und da gibt es halt von der Stande nur welche leicht bis mittelschwer überdimensioniert sind und entsprechend 30€ Plus kosten. Habe hier dann ein wenig recherchiert und von TI einen Baustein gefunden, den ich selbst konfigurieren kann: https://www.ti.com/product/BQ76920#tech-docs Blöderweise kann dieser IC nur ein TOP Balancing ab 3,5VDC. Dazu müsste dann der Atto 3 eine Ladespannung von 14,4VDC zur Verfügung stellen, dass das auch funktionieren kann.


    Ich gebe Dir Recht es ist auf jeden Fall sinnvoll auf LFP umzustellen, wenn man/frau Bock auf das Konfigurieren eines aktiven BMS hat. Habe ich bei mir im Keller ja gemacht und meinen Heimspeicher vor 3 Jahren selbst gebaut. Du bekommst aus dem LFP Akku 80% der Kapazität entnommen. Aus einer Bleisäure Batterie nur 50%. Dementsprechend könnte man/frau eine LFP Batterie für den Atto 3 hieraus basteln: https://www.battery-germany.de…t/innopower-lfp-32ah-eve/ oder hier https://www.nkon.nl/de/eve-lf3…32ah-lifepo4-b-grade.html Blöde ist, die Zellen sind augenscheinlich gerade nicht lieferbar, würden aber ganz gut in die Aufnahme vom Atto 3 MDY 2022/23 passen.


    Mit besten Grüßen aus Nordhessen

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  • Tja, ist eine gute Frage. Bin halt Stromer und fremdele immer mit mechanischen Anpassungen ;) Keine Ahnung, wie das BMS bei Greencell konfiguriert ist und ob die Ladespannung von 13,7 VDC zum Balancieren der Zellen reichen. Hängt halt von der Konfig im BMS ab,

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  • Ich bin ja prinzipiell ein Fan von eigenen Entwicklungen, jedoch würde ich in diesem Fall keinen LFP Akku selbst bauen - ich hab das (also nicht ganz, Li-Ion), wie schon mal erwähnt, für mein E-Bike gemacht, jedoch ist es ein großer Unterschied, ob im Falle einer Fehlkonstruktion nur ein E-Bike abfackelt oder ein Neuwagen. Ich sehe auch wenige Vorteile - warum:


    1. Bei der GreenCell (und andere) hast du 3 Jahre Garantie.

    2. Sie funktioniert, das BMS ist kompatibel (Leonardo von BYD Italia betreibt sie seit jetzt 1.5 Jahren ohne Verluste, ich jetzt seit 2 Wochen) - hier nochmal der Link zu seinem 1-Jahres-Report: RE: 12V Batterie - LFP Umbau

    3. Beim Selbstbau hat man auch keine Garantie, ob das BMS nun funktioniert (da man diese Teile meist aus China bestellt, kann das mitunter mühsam werden) - das BMS der LiTime bspw. war nicht kompatibel (vermutlich zu sensibel bzgl. Spannungsspitzen bzw -abfall).

    4. Preis/Leistung: die Ersparnis für den Zeitaufwand lohnt sich eigentlich nicht.

    5. Auch beim Selbstbau bleibt das Problem mit der Halterung. Denn selbst wenn man ein leeres Gehäuse findet, das passt, müsste dieses auch die seitlichen Kunststoffschienen haben, damit sie nicht ständig nach links/rechts verrutscht. Ein solches Gehäuse habe ich nicht gefunden - falls es ein solches doch gibt (oder man schlachtet die Originalbatterie) könnte man auch einfach die GreenCell 20Ah für EUR 70,- reinsetzen.


    Was das Balancing betrifft:

    Der Atto sollte mit 13.8V laden (zeigen zumindest meine Voltmeter an). Ein 12.8V LFP hat eine optimale Ladespannung von 14.4-14.6V; die Ruhespannung eines zu 100% geladenen Akkus sollte jedoch irgendwo zwischen 13.5-13.8V liegen, insofern gehe ich doch davon aus, dass die GreenCell hier ein Top-Balancing durchführt. Da auch Leonardo von BYD Italia in seinem Report von keinen Kapazitätsverlusten spricht, vertraue ich darauf.


    Ein Top-Balancing UNTERHALB dieser Spannung durchzuführen, würde übrigens genau das Gegenteil des gewünschten Effekts bewirken: Top- bzw. Bottom-Balancing heißt ja deshalb so, weil es nur Sinn macht, zu zwei möglichen Spannungspunkten zu balancieren: Top: wenn die Zelle voll geladen ist; Bottom: wenn die Zelle möglichst entladen ist. Warum? Die Chemie der Zellen ist nicht exakt gleich - so kann eine Zelle bei 3.2V Spannung exakt denselben Ladezustand haben wie eine andere Zelle bei 3.1V oder 3.3V. Führt man also irgendwo dazwischen ein Balancing durch, dann erreicht man das Gegenteil: sie tanzen aus der Reihe, weil sie eben nicht exakt gleich Laden bzw. Entladen bzgl. ihrer Spannungswerte. Daher ist das Top-Balancing der einzige Punkt wo alle gleich sind: die Zellen sind voll UND haben ihre maximale Spannung. Wie sich danach ihre Spannungskurven während des Entladens etwas unterscheiden ist nicht relevant - am Ende entladen/laden alle wieder zum selben Punkt. (Dasselbe gilt ja auch für die HV Batterie: deshalb ist hier auch die Empfehlung, ca. alle 2 Monate mal von <10% auf 100% zu laden.)


    Sollte sich bei meiner GreenCell irgendwann doch einmal Kapazitätsverluste zeigen, bzw. möchte man wirklich auf 14.6 optimal laden (auch wenn ich davon ausgehe, dass bei 13.8 auch schon Top-Balancing durchgeführt wird), dann kann man ja einfach alle 2-3 Monate mal mit 14.6V mit einem CCCV Ladegerät oder Labornetzteil nachladen.


    Stünde ich nochmals vor der Entscheidung: ich würde mir eine Halterung irgendwo besorgen oder basteln oder basteln lassen - muss man ja nicht verschweißen, gibt ja auch andere schraubbare Konstruktionen - die GreenCell rein und damit ist das Thema erledigt für viele Jahre.


    Statusupdate bei mir: nach Einbau bin ich ja 5 Tage in der Tiefgarage gestanden, da wurde sie 1x nachgeladen (2.6% Verlust) - allerdings nochmals mit Hinweis, dass ich Sentry Mode (Kameras- und Bewegungserkennung) aktiv hatte (damit hatte ich mit neuer Bleibatterie 2% Verlust täglich - wären also mind. 10% gewesen - bzw. zuletzt bis zu 8% Verlust pro Tag mit meiner nach nur einem Jahr schon schwachen Bleibatterie). Danach bin ich alle 2 Tage mal mit dem Wagen gefahren, womit auch die Batterie geladen wird. Es blieb bisher also bei dieser einzigen Nachladung während der 5 Tage Garage... Ohne Sentrymode oder anderen Stromfressern, würde ich wetten, würde es über viele Wochen hinweg gar keine Nachladung geben (aber kann ich bei Gelegenheit auch mal testen).


    So - das wurde jetzt ein Aufsatz :)

    Aber vielleicht hilft es dem einen oder anderen bei der Entscheidung...


    Unten noch die Bilder vom E-Bike Akku. Wenn er brennt, ist das Radl hin... ins Auto würde ich sowas nicht einbauen ^^

    Wobei 4 LFP Zellen auch wesentlich einfacher und sicherer umzusetzen sind - also ich mag auch niemandem davon abraten...

  • Hallo Community,

    da ich ein absoluter Laie auf dem Gebiet von Autobatterien bin, bitte ich Euch um eine Erklärung: ich lese hier, dass die 12 V Batterie von der großen Batterie aufgeladen werden muss (wird) und dadurch an eigener Kapazität verliert. Wie erkenne ich das denn in der Praxis? Bei mir ist der %-Satz der "großen" Batterie am Morgen immer der gleiche wie am Abend, wenn ich das Auto abstelle. Bei den Verlusten, die ihr beschreibt, müsste ich dann z.B. wenn ich abends bei 90% bin, am Morgen z.B. nur mehr 83% sehen? Oder wie erkenne ich sonst, dass meine 12V Batterie leistungsschwach ist?


    Vielen Dank für Erklärungen im voraus!

  • Hallo Community,

    da ich ein absoluter Laie auf dem Gebiet von Autobatterien bin, bitte ich Euch um eine Erklärung: ich lese hier, dass die 12 V Batterie von der großen Batterie aufgeladen werden muss (wird) und dadurch an eigener Kapazität verliert. Wie erkenne ich das denn in der Praxis? Bei mir ist der %-Satz der "großen" Batterie am Morgen immer der gleiche wie am Abend, wenn ich das Auto abstelle. Bei den Verlusten, die ihr beschreibt, müsste ich dann z.B. wenn ich abends bei 90% bin, am Morgen z.B. nur mehr 83% sehen? Oder wie erkenne ich sonst, dass meine 12V Batterie leistungsschwach ist?


    Vielen Dank für Erklärungen im voraus!

    Ja,bei mir ist es auch so,selbst wenn der Wagen 7 Tage steht.

    Das würde mich auch interresieren.

    Es sei denn die Betreffenden haben eine ständige Überwachung angeschlossen....die wiederum ja auch Strom verbraucht.

    ????